Die Geschichte des Luftangriffs auf die beiden entführten Tanklaster in Kundus muss nicht völlig umgeschrieben werden. Dennoch wirft die neueste Nachricht aus dem Verteidigungsministerium manche unangenehme Frage auf:
Wieso hat es vier Monate gedauert, bis die ominöse Task Force 47 zugibt, dass sie enger in den Luftschlag involviert gewesen ist, als dies bislang - auch dem Isaf-Kommandeur - bekannt gewesen ist?
Weshalb informierte das Feldlager Kundus bei einem so wichtigen Angriff nicht den zuständigen deutschen General im Hauptquartier Masar-i-Sharif, sehr wohl aber einen untergeordneten Oberstleutnant im dortigen Gefechtsstand?
Und warum "chattete" der deutsche Soldat unter falschem Namen mit seinem Kameraden?
Es ist höchste Zeit, dass der Untersuchungsausschuss in Berlin kommende Woche damit beginnt, das Geschehen an jenem vermaledeiten 4. September auszuleuchten. Schließlich zeichnet sich heute schon ab, dass die Bundeswehr einige wichtige Lehren aus dem Einsatz wird ziehen müssen.